Angebot erneut ausgeblieben
Liebe Semesterticket-Interessierte,
im November 2008 entschied die Gesellschafterversammlung des MVV, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Im Januar 2009 fand das erste Verhandlungsgespräch in neuer Runde statt (wir berichteten). Für Ende Februar wurde ein Angebot in Aussicht gestellt, der Termin jedoch zweimal verschoben.
Beim Treffen letzte Woche am 28. April erhielten wir wider Erwarten KEIN Angebot (bzw. sind wir aus Erfahrung mittlerweile ohnehin skeptisch) – und dies nach 3-monatiger Arbeits- und Bedenkzeit. MVG und Deutsche Bahn sind erstmals direkt an den Verhandlungsgesprächen beteiligt (vorher lief dies alles über den MVV) und scheinen Schwierigkeiten zu haben, mit dem MVV bereits vereinbarte Details zu akzeptieren. Das mag an taktischen Erwägungen liegen, oder auch daran, dass nicht alle Verhandlungspartner auf dem gleichen Stand sind.
Die MVG weicht jedoch selbst von Standpunkten ab, welche dem Münchener Stadtrat vorgelegt wurden bzw. sagt, entsprechende Sitzungsunterlagen nicht zu kennen – Studentenwerk, wir Studierende sowie die Vertreter von Ministerien und der Stadt selbst waren nahezu sprachlos. Jedenfalls wurden die entsprechenden Rahmenbedingungen von Studentenwerk und uns nochmal in aller Klarheit auf den Tisch gebracht. Wir warten daher auf das nächste Treffen und ein Angebot (ca. Ende Mai / Anfang Juni).
Zu Urabstimmungen würde es vermutlich im Wintersemester kommen. Aber zuvor sind noch viele Details zu klären. An sich somit leider keine Bewegung oder Änderung zum Stand vom Januar 2009 (oder von vor 2 Jahren, je nach Betrachtungsweise ;-) wir wollten Euch jedoch nur informieren, dass wir nach wie vor dran sind.
Beste Grüße,
Euer AK Semesterticket
Neue Verhandlungsrunde: bekannte Argumente, neue Perspektiven
Auf Einladung des Studentenwerkes saßen der MVV, Vertreter der beiden Staatsministerien für Wirtschaft und Wissenschaft, Vertriebsleiter der S-Bahn München, DB-Regio und der MVG (U-Bahn, Bus, Tram) sowie die Studentischen Vertretungen von LMU, TUM und Hochschule München am Nachmittag des 22.01.2009 erstmals wieder beisammen. Der MVV hat von seinen Gesellschaftern Ende November einen neuen Verhandlungsauftrag bekommen, womit wir in eine neue Verhandlungsrunde gestartet sind.
Dieser Auftrag beinhaltet, dass den Studierenden ein Angebot für ein Semesterticket unterbreitet werden soll, aber auch, dass den Verkehrsbetrieben hierdurch keine Einkommensverluste entstehen dürfen.
Das Wichtigste vorweg: Es gab keine Entscheidung bezüglich eines Angebotes oder konkrete Zahlen. “Man redet wieder miteinander” ist die positivste Nachricht des Tages. V.A., dass die beiden größten Verkehrsbetriebe (Deutsche Bahn und MVG) nun direkt mit eingebunden sind, stimmt uns zuversichtlich, nachdem wie des Öfteren beschrieben der MVV selbst den Lösungsansätzen zum Semesterticket stets offen gegenüber stand.
Die Argumente der Verkehrsbetriebe sind größtenteils bekannt: Aus ihrer Perspektive ist das Wunschmodell nach wie vor das so genannte Einkomponentenmodell (alle Studierenden würden einheitlich den gleichen Preis verpflichtend entrichten, erhalten dafür 6 Monate das Gesamtnetz, ganztags). Der Preis würde so ausgelegt, dass den Verkehrsbetrieben keine Mindereinnahmen entstünden, das Risiko eines Umsatzverlustes ist minimal.
Nachdem sowohl das Wissenschaftsministerium als auch das Studentenwerk einen entsprechend hohen Pflichtbeitrag vermeiden und ihrerseits das Haftungsrisiko minimieren möchten, ist die Alternative das Sockel- oder Zweikomponentenmodell (verpflichtender Sockelbetrag erlaubt die Nutzung zu Nebenzeiten wie z.B. unter der Woche Abends, am Wochenende und Feiertagen ganztags im Gesamtnetz; ein ganztags gültiges Semesterticket gibt es zu einem freiwilligen Aufpreis). Die Verkehrsbetriebe bringen als Gegenargument zu Recht vor, dass durch die ungewisse Anzahl von Käufern des Aufpreises das Risiko eines Einnahmeverlustes besteht – jedoch haben wir deutlich gemacht, dass ebenso den Verkehrsbetrieben Überschüsse bzw. Gewinne entstehen könnten (Hauptproblem: es gibt in der Auslegung des Tarifs nur einen Punkt als break-even bei den Einnahmen welcher davon abhängt, wie viel Studierende den Aufpreis im Sockelmodell kaufen. 5% mehr oder weniger sind bei der Menge und dem Preisniveau in München meist Beträge im sechsstelligen Bereich oder knapp in Millionen Euro).
Zwei relevante Neuerungen: Das Wissenschaftsministerium kommt den Verkehrsbetrieben entgegen, dass der zumutbare Pflichtbeitrag in einem Semesterticket nicht mehr strikt unter 45 Euro pro Semester, sondern auch höher angesetzt werden könnte. In Höhen wie Städte mit einem vergleichbaren Einkomponentenmodell (ca. 140 Euro in Hamburg, 154 Euro in Berlin, jeweils pro Semester) wird in Bayern jedoch ein Tarif kaum machbar sein, es sei denn dass dieser ganz erheblich bezuschusst würde – was wiederum sehr unwahrscheinlich ist. Eine Modellentscheidung ist nach wie vor nicht gefallen; das von uns in Eurem Sinne seit mehreren Jahren vorgeschlagene Sockelmodell (auch Ergebnis einer Umfrage 2006 an der TUM) hat jedoch gute Chancen. Es geht lediglich um die Frage, wie hoch der Sockelbetrag sein könnte.
Das Wirtschaftsministerium ist den Verkehrsbetrieben ferner entgegen gekommen. Die Betriebe erhalten Zuschüsse vom Freistaat: Eine normale IsarCard wird durch diese Bezahlung für Schüler, Azubis und Studierende günstiger, das Resultat ist der Ausbildungstarif I und II. Die Bedenken der Verkehrsbetriebe waren, ob die Zuschüsse in gleicher Höhe auch bei Einführung eines Semestertickets fließen könnten. An dieser Frage wird gearbeitet, jedoch mit positivem Ausblick. Auch hier geht es um ca. einen zweistelligen Millionenbetrag im Ausbildungstarif der Studierenden.
Auf politischer Ebene scheint sich einiges zu tun, der Wissenschaftsminister hat mit dem Oberbürgermeister Ude vor kurzer Zeit das Thema diskutiert. Sowohl der neue Wissenschaftsminister Dr. Heubisch als auch der neue Wirtschaftsminister Zeil (beide FDP) hatten sich des Themas angenommen, wie von uns berichtet. Der Oberbürgermeister hat in einem Interview kurz vor Weihnachten erneut Zuschüsse vom Freistaat gefordert, um das Einkomponentenmodell günstiger anbieten zu können; vom Zweikomponentenmodell war in diesem Interview nicht die Rede. Eine finanzielle Förderung wurde vom Freistaat oder der Landeshauptstadt nicht in Aussicht gestellt. Das Problem des Freistaates (Wirtschaftsministerium) ist, dass er bisher allein nach §45 des Personenbeförderungsgesetzes den Ausbildungstarif subventioniert und ein separater “Topf” für München von anderen Landesteilen sicher nicht gerne gesehen würde. Das Studentenwerk und wir Studierende haben vorgebracht, dass sich München zu seiner Verantwortung bekennen sollte, nachdem wir Studierende die Wirtschaftskraft größtenteils in München erbringen und z.B. als in dieser Stadt gemeldete Bürger entsprechende Kopfpauschalen nach dem Meldegesetz und weitere Abgaben nach München fließen.
Das nächste Treffen findet Ende Februar statt. Bis dahin wird der MVV das Einkomponentenmodell und das Sockelmodell mit zwei neuen und verschiedenen Sockelbeträgen erneut berechnen. Im Anschluss werden wir auf ein Treffen der politisch Verantwortlichen hinwirken (Verkehrsbetriebe, Landeshauptstadt, Freistaat, evtl. auch Hochschulen) um die Bereitschaft einer finanziellen Unterstützung der konkreten Zahlen zu prüfen. Dass im Sommersemester 2009 Euch die endgültigen Zahlen zur Urabstimmung vorgelegt werden, wäre der Idealfall – jedoch sind bis dahin noch sehr viele Details zu klären.
Wir haben unsere Seite http://www.fs.tum.de/semeti aktualisiert. Ihr könnt dort nun einfacher den jeweils aktuellen Verhandlungsstand und einige ausgewählte Presseartikel einsehen.
Viel Erfolg für Eure Prüfungen, bis bald
mehrNeue Verhandlungsrunde
Liebe Semesterticket-Interessierte,
das Ergebnis der Gesellschafterversammlung vom letzten Freitag ist nun öffentlich: Die Verhandlungen um ein Semesterticket für die über 80.000 Studierenden werden wieder aufgenommen!
Dies ist hauptsächlich Eurem großen Interesse und Unterstützung zu verdanken!
Als Reaktion auf den offenen Brief der Hochschulen von letzter Woche sagte ebenfalls der neue Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) seine Unterstützung zu:
Damit unterstützen von Seiten des Freistaates sowohl das Wirtschafts- als auch das Wissenschaftsministerium die derzeitige Initiative, wobei schon im Sommer vom Wissenschaftsministerium positive Signale kamen. Wir hatten angeregt, zusammen mit der Landeshauptstadt und den anderen Beteiligten nun zu zielorientierten Gesprächen zusammen zu kommen. Fragen zur Finanzierung könnten dort in den kommenden Wochen und Monaten geklärt werden; dann werden wir letzten Endes sehen, bei welchen Preisen wir ankommen und in der Folge hoffentlich ein akzeptables sowie umsetzbares Angebot für Urabstimmungen erhalten.
Von der Übergabe der Unterschriften von ausbildungsticket.de an die Landeshauptstadt und den MVV liegen uns leider keine Bilder oder Pressemitteilungen vor. Die jeweiligen Informationen zur Übergabe der Unterschriften an das Bayerische Wirtschaftsministerium hatten wir Euch letzte Woche bereits gesendet, nachdem dieses offener mit dem Thema umging.
Beste Grüße,
Euer AK Semesterticket
Offener Brief von Studentenwerk & Hochschulen, Übergabe Unterschriften, Präferenzen Kernforderungen
Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
in aller Kürze zwei große Nachrichten und eine Info:
Offener Brief von Studentenwerk München, den Präsidenten und Studentischen Vertretungen von LMU, TUM & HM zum Semesterticket:
Die Präsidenten der drei Hochschulen haben zusammen mit uns und der Geschäftsführerin des Studentenwerkes einen Brief geschrieben – und eine Kopie der Presse gegeben. Aber lest selbst…
Der Brief ging am Montag den 24.11. an Herrn König von der MVG und den Presseverteiler des Studentenwerkes München. Warum er nicht direkt an den MVV adressiert wurde, ergibt sich aus dem Inhalt. Die Hochschulen haben hiermit ein einmaliges und bemerkenswertes Zeichen gesetzt. Wir hoffen, es ist ebenfalls in Eurem Sinne, viele Beteiligte unternehmen ihr Möglichstes.
Übergabe Unterschriftenliste an den Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil
Diesen Montag (ebenfalls 24.11.) übergaben einige Vertreter des Bündnisses ausbildungsticket.de auch in Eurem Namen die Unterschriftenliste an Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Das Dokument beinhaltet alle Namen, PLZ und Ort (keine weiteren Details) auf ca. 300 Seiten sowie einige Informationsmaterialien sowie die Resolution von ausbildungsticket.de. Der Minister traf uns in seinen Räumlichkeiten und sicherte sowohl bei der Übergabe, als auch durch eine anschließende Pressemitteilung die Unterstützung des Freistaates für ein Münchener Semesterticket zu: „Was in vielen bayerischen Universitätsstädten bereits zum studentischen Alltag gehört, muss auch in München möglich sein. Ich habe den festen Willen, auch in der größten bayerischen Universitätsstadt einem Semesterticket den Weg zu ebnen.“
Die entsprechende Pressemitteilung des Ministeriums findet Ihr hier. Ein Bild hier.
Für die Übergabe an OB Christian Ude für die Landeshauptstadt München ist ein Termin kurzfristig in Diskussion, jedoch noch nicht fixiert. Die Übergabe an MVV und MVG ist ebenfalls für diese Woche geplant. In Sachen Terminfindung war der Wirtschaftsminister entgegenkommend, bei anderen tun wir uns momentan leider schwer, bleiben aber natürlich dran.
Präferenzen Kernforderungen
Auf www.ausbildungsticket.de hattet Ihr die Möglichkeit, die Kernforderungen der Resolution zu gewichten. Die Studierenden der TUM “stimmten” dabei wie folgt ab:
38,9% Ausbildungstarif im Abo: 10 Monate zahlen, 12 Monate fahren
96,5% Semesterticket einführen
61,3% Staatliche Zuschüsse wieder erhöhen
Mehr als 23.000 Personen haben bisher teilgenommen – phänomenal, nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle!
Am 28.11. tagen die Gesellschafter des MVV. Die Öffentlichkeit nimmt an dieser Versammlung nicht teil, wir hoffen jedoch auf positive Nachrichten relativ kurz nach diesem Termin.
Bleibt uns treu, weiterhin ein erfolgreiches Semester und eine schöne Weihnachtszeit
Euer AK Semesterticket
mehrNotbremse: Das vorzeitige Aus für’s Semesterticket
Liebe Semeti-Interessierte,
wie Ihr der morgigen Presse und bereits zum Teil online lesen könnt, haben die Münchener Verkehrsbetriebe die Verhandlungen um ein Semesterticket abrupt für gescheitert erklärt.
Die nächsten Schritte wären die Zustimmung der Gesellschafter des MVV (namentlich MVG, S-Bahn München, RVO und weitere regionale Verkehrsbetriebe) zu einem Tarifangebot gewesen, nachdem in über eineinhalbjährigen Gesprächen zuletzt alle Details geklärt wurden. Über dieses Angebot hättet Ihr in Urabstimmungen entscheiden sollen. Jetzt hilft wenn überhaupt nur noch ein politischer Richtungswechsel und/oder öffentlicher Druck, sofern hierzu bei Euch Interesse besteht!
- Aktuelle Pressemitteilung des AK Semesterticket
- Erster Artikel in der SZ zu gescheiterten Verhandlungen
Durch die Ablehnung eines Angebotes an die Studierenden von MVG und S-Bahn in der letzten Gesellschafterversammlung erklären die Verkehrsbetriebe ein Semesterticket vorerst für gescheitert. Uns ärgert dabei nicht nur, dass absichtlich mit dem nicht umsetzbaren Einkomponentenmodell ein Irrweg in den Verhandlungen begangen wurde, nachdem von Seiten der TUM das Sockelmodell vorgeschlagen wurde. Andere Lösungsansätze werden nicht verfolgt, da die Verkehrsbetriebe offenbar der Überzeugung sind, ein Sockelmodell wäre nicht angenommen worden.
Aus diversen Gründen wurden in den Verhandlungen daher abschließende Urabstimmungen über ein Angebot ins Spiel gebracht. Nachdem über die Jahre durch verschiedene Preise, Umfragezahlen und Modellideologien ein fast undurchdringbares Dickicht entstanden ist, hätten wir diese Legitimation durch Euch begrüßt, und uns nach Eurer Stimme gerichtet.
Dieses basisdemokratische Recht scheint Euch vorerst verwehrt zu bleiben. Wir überlegen, trotzdem den Bedarf zu ermitteln, denn Preise stünden nun fest: Bei einem Sockelbetrag von 45 Euro pro Semester hätten alle Studierenden das Gesamtnetz des MVV abends (ab 17 Uhr unter der Woche), am Wochenende und Feiertagen ganztags nutzen können (entspricht 7.50 Euro pro Monat). Ein ganztags gültiges Semesterticket für das Gesamtnetz hätte freiwillig für 170 Euro erworben werden können.
Die von den Studentischen Vertretungen an LMU und HM favorisierte Variante eines Einkomponentenmodelles hätte nach Aussagen des MVV 190 Euro pro Semester verpflichtend für alle Studierenden gekostet, war von jeher aber aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen in Bayern (wie schon mehrmals beschrieben Thematik der Verfassten Studierendenschaft) nicht umsetzbar.
Von uns wurde im Sinne einer flexiblen Lösung für unsere Kommilitonen, welche im Nahbereich der Uni wohnen, und auch im Interesse anderer Hochschulen eine Trennung des Aufpreises im Sockelmodell nach Innenraum, Außenraum und Gesamtnetz vorgeschlagen. Die errechneten Preise finden auch wir happig, jedoch hätte es aus unserer Sicht Aufgabe der Studierenden sein sollen, die Akzeptanz in Form einer Abstimmung zu bewerten.
Aktuelle Informationen könnt Ihr unserer Pressemitteilung entnehmen, welche u.A. an die Süddeutsche, den Bayerischen Rundfunk, Spiegel, Focus, Merkur und TZ, die Abendzeitung und Bild München sowie M94.5, Radio Energie und weitere Sender ging.
Wir hoffen, dass angesichts der langjährigen konstruktiven Bemühungen von Studentenwerk München, drei Hochschulen und ihrer Studentischen Vertretungen, den Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft sowie des MVV selbst dieser Vorgang in der Öffentlichkeit entsprechende Beachtung findet. Nicht nur der Wissenschaftsminister hat sich zuletzt für eine Lösung engagiert, sondern auch die Tarifexperten des MVV, deren Lösung von ihren eigenen Gesellschaftern abgelehnt wurde. Weitere Rückschlüsse der Verbindung von MVG, Stadtwerken, dem Rathaus und einer kürzlich stattgefundenen Kommunalwahl möchten wir Euch überlassen, sofern überhaupt ein Zusammenhang besteht.
Einige Fachschaften überlegen öffentlichkeitswirksame Aktionen. Die nächsten Schritte werden vom Studentenwerk München und den Studentischen Vertretungen mit Sicherheit diskutiert. Wir können Euch nur ermutigen die Presse zu verfolgen, auf unserer Seite http://www.fs.tum.de/semeti vorbeizusehen und diese Email an Eure Freunde zu senden, sollte die das interessieren.
In diesem Zusammenhang ein Dokument, welches wir Euch schuldig sind:
Unsere Mappe mit der detaillierten Auswertung unserer Umfrage 2006 und relevanter Unterlagen (155 Seiten). Wir hatten Euch die Veröffentlichung zum gegebenen Zeitpunkt versprochen.
Sofern das Thema öffentlich Aufmerksamkeit bekommt, haben wir nach wie vor die Hoffnung auf eine Lösungsmöglichkeit. Hier wärt nicht zuletzt Ihr gefragt!
Auch wenn der aktuelle Stand zu einem Münchener Semesterticket unerwünscht bleibt, gelten besonderer Dank und Anerkennung für die gute Zusammenarbeit unserer Hochschule, dem Studentenwerk München, den Staatsministerien für Wissenschaft und Wirtschaft sowie den Unterstützern im MVV.
Für Euer langes Interesse möchten wir ebenfalls danken!
Mit besten Grüßen,
Euer AK Semesterticket
Offene Fragen zu Beginn 2008
Ein hoher Pflichtbetrag für alle oder ein niedriger Pflichtbetrag zur Ermöglichung eines freiwilligen Tickets? Neben einer für die Studierenden der TUM positiven Nachricht erhaltet Ihr zusätzlich Informationen & Hintergründe zu folgenden Fragen…
1. Was ist der aktuelle Stand?
2. Sockelmodell oder Ein-Komponentenmodell: Ist die Entscheidung gefallen?
3. Wie viel kostet das Ticket?
4. Wann findet dann die Urabstimmung statt?
5. Wann könnte es überhaupt eingeführt werden?
6. Was macht Ihr momentan?
7. Was macht Ihr überhaupt bzw. warum dauert das so lange?
1. Der aktuelle Stand: Am 26.10.2007 wurde vom MVV und dem Marktforschungsinstitut infas eine Studie zu möglichen Modellen für ein Semesterticket in München vorgelegt. Bis Mitte Dezember erstellte das Wissenschaftsministerium eine Expertise zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der diskutierten Modelle. Auf dem folgenden Treffen diskutierte das Studentenwerk mit den Studierenden das Ergebnis und beauftragte den MVV offiziell zur Berechnung und Vorlage eines Angebotes.
2. Modell:
- Grundsätzlich: Niemand möchte eine zweite Studiengebühr, schon gar nicht das Studentenwerk als Vertragspartner des dem MVV für uns Studierende.
- Zumutbarkeit: Wie viel darf für ein verpflichtendes Ticket überhaupt erhoben werden? Das Risiko bei Klagen steigt mit der Summe.
- Haftungsrisiko: Das Studentenwerk als Vertragspartner kann ein so hohes Haftungsrisiko wie in einem Pflichtmodell nicht eingehen.
- Sonderfall Bayern: Verträge mit weitaus höheren Pflichtbeträgen wie in anderen Bundesländern sind in Bayern fast unmöglich (nachdem wir keine Verfasste Studierendenschaft mit Finanzhoheit haben). Das teuerste Pflichtticket in Bayern kostet knapp unter 40 Euro pro Semester.
3. Preise für den freiwilligen Aufschlag für ein ganztags gültiges Semesterticket: Diese werden momentan vom MVV berechnet und werden im Frühjahr 2008 vorliegen. Entgegen unserer Erwartungen enthielt die Ergebnispräsentation der Infas Studie im Oktober 2007 kein Vertragsangebot. In der Folge musste zunächst geklärt werden, welche Modelle überhaupt umsetzbar wären, nachdem die Infas Studie sowohl Sockel- als auch Ein-Komponentenmodell behandelt hat.
An der FHM scheint die Diskussion erfolgreich, die Studienbeiträge um den Sockelbetrag zu senken. Im Ergebnis hätte jede/r Studierende/r der FHM die Möglichkeit, ein ganztags gültiges Semesterticket mit der Gültigkeit nach den beschriebenen Tarifgebieten frei zu wählen oder darauf zu verzichten. Grundsätzlich hat jede/r ein unter der Woche am Abend und am Wochenende ganztags gültiges Ticket. Nachdem die FHM den Studierenden in Fragen der Mobilität entgegen zu kommen scheint würden nach bisherigem Stand die beitragszahlenden Studierenden nicht zusätzlich finanziell belastet.
Die grundsätzliche Idee ist nicht neu. Ihr könnt Euch auf uns verlassen, dass wir uns zu dieser Möglichkeit nicht die Butter vom Brot nehmen lassen möchten und mit unserer Hochschule im Gespräch sind.
4. Urabstimmung: Wir müssen das Angebot des MVV im Frühjahr 2008 abwarten und mit unserer Hochschule die oben beschriebenen Punkte klären. Der Anfang des Sommersemesters 2008 ist deswegen wahrscheinlicher für eine Urabstimmung, nachdem sich der Beginn der Vorlesungszeit am besten anbietet.
Ihr könnt uns mit Werbung unter Euren Freunden, egal ob Befürworter oder Gegner, unterstützen! Wir wünschen uns eine ähnlich hohe Beteiligung wie bei unserer Umfrage im Jahr 2006.
5. Einführungshorizont: WS 2008/09 wäre nur äußerst knapp möglich, SS 2009 wahrscheinlicher. Wir können diesbezüglich leider keine belastbare Aussage treffen. Es hängt davon ab, wie schnell die Verwaltungen auf eine Entscheidung bei einer Urabstimmung zum Semesterticket reagieren können, und auf welchem Weg das Ticket verkauft würde. Eine flexible Lösung wird angestrebt.
6. Was machen wir gerade? Wir haben folgende Punkte, um welche wir uns kümmern:
- Einrichten der online Urabstimmung über das myTUM-Portal.
- Klärung mit der TUM im Zusammenhang mit den Studienbeiträgen, um eine mögliche finanzielle Mehrbelastung durch einen Sockelbetrag so möglich wie niedrig zu halten (nachdem die Hochschulleitung der FHM ihr Versprechen einzulösen scheint).
- Klärung mit der TUM im Zusammenhang der Abwicklung der Zahlungsmodalitäten mit den Studienbeiträgen, was erheblich für den zeitlichen Einführungshorizont des Tickets ist.
- Zu klären sind ferner: Der Vertriebsweg des Tickets, welcher Ausweisträger gelten würde (z.B. die StudentCard der TUM).
7. Warum dauert das so lange? Siehe Punkte 1,2,3,5 und 6. Oder andersrum gesagt: Tief einatmen, und wieder ausatmen. Wir haben im zeitlichen Verlauf unser Bestmöglichstes getan. Die Juristerei, eigene Umfragen und Berechnungen, Präsentationen erstellen usw. hat ohne Frage mehr Zeit gekostet als die Methode “Brechstange”. Wir hoffen, dass sich das abgestimmte Vorgehen mit Studentenwerk und den Hochschulen letzten Endes auszahlt.
Noch etwas Geduld, dann kennen wir die Preise. Wie hoch diese ausfallen werden, steht auf einem anderen Blatt. Wir warten ebenso auf den Tag, an dem wir Euch informieren können à la “Es kostet X Euro, Abstimmung von Y bis Z”.
Mit besten Grüßen,
Euer AK Semesterticket