Weichenstellung in Stadt und Land

Das Semesterticket war am 20.11. ein Tagesordnungspunkt im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit der LH München und wird am 28.11.2012 durch die Vollversammlung des Stadtrates entschieden – die Vorlage und damit verbundene Entscheidungen finden sich im Ratsinformationssystem. Im Juni stellte die SPD einen entsprechenden Antrag, ein dem MVV möglicherweise entstehendes Defizit im Zuge der probeweisen Einführung eines Semestertickets auszugleichen. Detaillierte Informationen finden sich im Ratsinformationssystem jeweils im Tab “Dokumente”. Mit einem positiven Ausgang wird gerechnet, die Stadt hat eine begleitende Pressemitteilung von OB Christian Ude und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter veröffentlicht.

Der Erstellung der Beschlussvorlage war über den Sommer ein Briefwechsel mit dem Bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vorausgegangen, wie Anlage 3 der Beschlussvorlage zu entnehmen ist. Die bisherigen Ausbildungstarife des MVV werden gem. §45a PBefG durch Ausgleichszahlungen des Landes finanziell gefördert. Für die Kalkulation eines Semestertickets war eine Voraussetzung, dass und auf welcher Berechnungsgrundlage diese Mittel auch weiterhin abgerufen werden können, wenn in München ein Semesterticket eingeführt und einen erheblichen Umsatzanteil des Ausbildungstarifes II ersetzen würde. Die Höhe der Ausgleichszahlungen waren bisher rein am Umsatz aus Zeitkarten in den Ausbildungstarifen I und II orientiert, mit dem Semesterticket entstünde eine neue Kalkulationsgrundlage. Die Antwort des Ministeriums fiel mit Schreiben vom 23.10.2012 positiv bzgl. der juristischen Regelungen aus.

Eine ergänzende Hintergrundinformation in eigener Sache: Mittel- und langfristig soll und muss sich das Semesterticket selbst tragen, ohne Steuerzahler, andere Fahrgäste oder öffentliche Kassen zusätzlich zu belasten. Gerade durch die Popularität und hohe studentische Nutzerquoten des ÖPNV hat sich in München die Situation entwickelt, dass kleine Veränderungen am Ausbildungstarif sich am Jahresende in Millionenbeträgen als Anteil der Gesamtbilanz des MVV abbilden. Dies erschwerte Reformbemühungen wie die Verhandlung um ein Semesterticket ungemein, weshalb die LH München nun wirtschaftliche und rechtliche Sicherheit schafft.

Die bundesweit einheitliche Reduzierung der Ausgleichszahlungen der Länder nach §45a PBefG hat in den Ausbildungstarifen in den letzten Jahren zu überproportionalen Preissteigerungen geführt. In Kombination mit neuen Tarifangeboten ist ein Missverhältnis entstanden, wodurch das Jobticket günstiger ist, als der finanziell geförderte Ausbildungstarif II.

Das Anliegen des AK Mobilität war stets, einer größtmöglichen Mehrheit der Studierenden ein möglichst optimales Angebot zur Entscheidung zu vermitteln, um damit auch langfristig eine Verbesserung der Ausbildungstarife zu erreichen.

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Pressemitteilungen Heubisch, Zeil & Ude – Reaktion der Studierenden: Formfehler lässt Ticket scheitern

Pressemitteilung des AK Semesterticket vom 30.04.2010:

Kein Verständnis für Unfähigkeit der bayerischen Ministerien – Studierende erfahren aus Pressemitteilung von angeblichem Formfehler beim Semesterticket

Die Studierendenvertreter von Hochschule München und TU München sind verärgert über die Pressemitteilung der Minister Heubisch und Zeil zum Semesterticket. „Sich auf diese Art mit einem Formfehler aus der Verantwortung zu stehlen ist ignorant“, fasst Anian Kammerloher von der TU München die Situation zusammen. „Dennoch bleibt der Freistaat in der Pflicht, sich aktiv um ein Semesterticket zu bemühen. Wir nehmen die Ministerien hier beim Wort, die in ihrer Pressemitteilung eine Bezuschussung prinzipiell zusagten.“ Damit könnte Bayern nach jahrelanger Diskussion die Lücke zu anderen Bundesländern schließen, in denen ein Semesterticket nicht bloß eine Wunschvorstellung ist.

Die Mehrheit der Studierenden in München ist mit dem aktuellen Ausbildungstarif II des MVV nicht zufrieden – gerade deswegen sprachen sie sich im letzten Jahr an der TUM und HM mit großen Mehrheiten für das teuerste Semesterticket Deutschlands aus. Die Münchner Situation betrifft Auszubildende, Schüler und Praktikanten in gleichem Maße, während Angestellte großer Unternehmen günstiger fahren. „Hier von einem günstigen, weil subventioniertem Tarif zu sprechen, zeugt von Unkenntnis in der Sache“, ergänzt Sandro Steger von der Hochschule München. „Bei einem, auch für die LMU-Studierenden attraktiven Angebot, wäre eine Semesterticket schon längst beschlossene Sache.“

Trotzdem lag zwei Wochen nach der Abstimmung im letzten Jahr die Lösung bereits auf dem Tisch: die Drittelung einer Ausfallbürgschaft zwischen Stadt, Freistaat und Hochschulen für ein 2-jähriges Pilotprojekt. OB Ude und die Präsidenten von TUM und HM kamen schnell überein, und auch Staatsminister Heubisch verkündete am 25. März, man wäre „ein gutes Stück weitergekommen“. Nachdem knapp fünf Monate den Ministerien für die Klärung der Formfragen nicht reichten, steht nun ausreichend Zeit zur Verfügung, ein Semesterticket für 2011 zu realisieren.

Wie die letzten sechs Jahre stehen wir auch weiterhin für konstruktive Lösungen und Gespräche zur Verfügung!


Pressemitteilung von Ministern Heubisch und Zeil vom 29.04.2010

Heubisch und Zeil bedauern, dass Münchner Semesterticket zunächst nicht eingeführt werden kann – Wissenschaftsminister Heubisch und Bayerns Wirtschaftsminister Zeil: „Verständnis für Enttäuschung der Studierenden“

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch bedauern es sehr, dass das Münchner Semesterticket derzeit nicht realisiert werden kann. Zeil und Heubisch: „Die unentschlossene Haltung der Verkehrsunternehmen hat letztlich dazu geführt, dass eine finanzielle Unterstützung des Tickets nicht mehr möglich ist, weil der Nachtragshaushalt 2010 vom Landtag mittlerweile verabschiedet wurde.“


Pressemitteilung von Oberbürgermeister Ude vom 29.04.2010

Semesterticket: OB Ude bedauert Nein des Freistaats

Oberbürgermeister Christian Ude bedauert sowohl im Namen der Landeshauptstadt als auch im Namen des Münchner Verkehrsverbundes das Nein des Freistaats Bayern zu einer Mitfinanzierung eines Semestertickets für die Studentenschaft der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule München (HM). Damit sei die Idee eines Semestertickets “zumindest auf mittlere Sicht gescheitert”.

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Semeti auf Euren FVVen diesen Mittwoch, Urabstimmungen, Studienbeitragskonzept an der TUM möglich

Liebe Semesterticket-Interessierte,

willkommen im neuen Semester! Wir waren auch während der vorlesungsfreien Zeit aktiv und haben für Euch die letzten Details geklärt, bevor die Entscheidung in Euren Händen liegt. Im Einzelnen:

* Aktualisiertes Angebot mit den Preisen von 2010: Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, hat der MVV im Juni 2009 das erste abstimmungsfähige Angebot vorgelegt. Dieses basiert auf dem aktuellen Tarifstand. Realistisch betrachtet wäre die Einführung eines Semestertickets, abhängig vom Ergebnis der Urabstimmungen, im Wintersemester 2010/11 erstmals möglich. Nachdem bereits in den Zeitungen von den Tariferhöhungen im Dezember 2009 zu lesen war, musste geklärt werden, ob und wie stark sich das Angebot verändern würde: es wurde entsprechend der allgemeinen Änderungen am Tarif angepasst, welche 4 bis 5% betragen. Bitte Berücksichtigt dies bei Preisvergleichen!

Das zur Abstimmung stehende Angebot wird somit den Tarifstand von 2010 haben, sprich, genau diese Preise würden umgesetzt. Der Sockelbetrag würde 78,50 Euro pro Semester betragen, der freiwillige Aufpreis 143,50 Euro pro Semester.

* Studienbeitragskonzept möglich: Im Juli führten wir ein Gespräch mit der TUM und brachten die Möglichkeit ins Spiel, ob beim Semesterticket eine Verbindung mit Studienbeiträgen möglich wäre. Erste Kontakte diesbezüglich gab es schon vor Jahren, wir wollten mit der detaillierten Klärung jedoch warten, bis wir wirklich ein Angebot in den Händen hielten. Der Fachschaftenrat hatte im Vorfeld dazu einen entsprechenden Beschluss gefasst, welcher die Senkung der Studienbeitrag um einen gewissen Betrag bei Einführung eines Semestertickets vorschlug, und alternativ eine direkte Finanzierung aus Studienbeiträgen.

Mitte Oktober erhielten wir die Bestätigung, dass die TUM die Erstellung und Verabschiedung eines Studienbeitragskonzeptes (also direkte Finanzierung in einem Konzept statt Senkung) von 29,50 Euro pro Student pro Semester mittragen würde. Das heißt, an der TUM könnte bei erfolgreicher Einführung eines Semestertickets gemeinsam ein Studienbeitragskonzept ausgearbeitet und verabschiedet werden, wodurch der Sockelbetrag auf 49 Euro pro Semester sinken würde. Ein Beitragskonzept muss rechtlich den Studierenden gleichermaßen zu Gute kommen und letzten Endes landet der Gesamtumsatz der Studierenden in einem Topf beim MVV, weshalb eine Senkung des Sockels am meisten Sinn macht. Außerdem sind wir sicher alle daran interessiert, wenn schon Pflichtbeiträge sein müssten, dass diese so niedrig wie möglich ausfallen sollten (für niedrigere Sockelbeiträge hatten wir ja leider trotz mehrfacher Anfragen nie ein Angebot erhalten).

Wir orientieren uns hierbei an dem ehemaligen Verwaltungskostenbeitrag von 50 Euro, welcher vergangenes Jahr abgeschafft wurde, und man bei Einführung eines Tickets quasi nicht mehr zahlen müsste, wie damals, jedoch allein mit dem Sockel oder auch dem Aufpreis eine bessere Leistung erhält. Ferner zeigt eine Evaluation der Studienbedingungen, aufgegeben vom Fachschaftenrat, dass von den Befragten ca. 64% die Unterstützung eines Semestertickets aus Studienbeiträgen mit weitem Abstand auf Platz 1 wählten, gefolgt von 48% für ein besseres Lehrangebot, 39% für bessere Betreuung, usw. Diese Zahlen waren z.B. auch in unserer ersten Einschätzung des Angebotes auf einer der letzten Folien veröffentlicht.

Man kann nun dieser Maßnahme gegenüber positiv oder negativ gegenüber eingestellt sein, wir haben das Für und Wider ebenfalls von allen Seiten beleuchtet. Ein Betrag von knapp 30 Euro halten wir aus dem Grund für angemessen, weil er eine spürbare Reduzierung der mit einem Semesterticket verbundenen Pflichtbeiträge darstellt, jedoch im Verhältnis zu 500 Euro Studienbeiträgen pro Semester genug Raum offen lässt, trotzdem die Lehrqualität als oberstes Ziel zu erhalten bzw. zu verbessern. Trotzdem wäre es mit Abstand das größte zentrale Studienbeitragskonzept an der TUM. Eine dermaßen weitgehende Entscheidung will wohlüberlegt sein, weshalb sie mit dem Angebot des MVV Euch insgesamt in der Urabstimmung zur Entscheidung vorgelegt wird.

Wir möchten an dieser Stelle allen Beteiligten der TUM für die Kooperation danken bzw. Euch darauf hinweisen, dass der Präsident und der Kanzler das Thema ernst nehmen und wie zu sehen ist nach Kräften unterstützen. In München sind wir derzeit die einzige Hochschule, welche bereits vor den Abstimmungen eine derzeit konkrete Konzeption hat, was für Eure Entscheidung sicher von Bedeutung ist (hinterher macht es einfach wenig Sinn, deswegen wollten wir dies im Vorfeld klären und freuen uns über die konkreten Aussagen).

* Urabstimmungen: Womit wir beim Thema wären :-) Merkt Euch vor, zwischen 23.11. und 4.12.09 werdet Ihr auf www.semesterticket-muenchen.de mit Eurer myTUM-Kennung über das Gesamtkonzept abstimmen können. Die Organisation einer gemeinsamen Wahl an drei Hochschulen mit über 80.000 Studierenden hat sich für uns doch aufwändiger herausgestellt, als gedacht. Wir setzen auf Euch, dass Ihr mit Freunden und online diskutiert! Das Thema betrifft uns alle, Befürworter wie Gegner gleichermaßen.

* Semeti auf den FVVen: Start der Informationskampagne sind Eure Fachschaftsvollversammlungen diesen Mittwoch um 10 Uhr! Nahezu alle Fachschaften haben die Information zur Urabstimmung ins Programm aufgenommen und werden Euch hierzu allen die gleichen Informationen präsentieren. Für alte Hasen wie Euch bzw. Leser dieses Newsletters wird es sicher trotzdem interessant, auch wenn wir Euch über diesen Weg seit langer Zeit mit Hintergrundinformationen versorgen. Wir haben uns eine ganze Reihe von möglichen Fragen überlegt, welche Euch evtl. selbst noch unbekannt waren, weshalb sich das Hingehen und vor allem Mitreden in jedem Fall lohnen wird! Denn weitere zentrale Informations- oder Diskussionsveranstaltungen außer den Fachschafts- und Studentischen Vollversammlungen sind derzeit nicht geplant.

In diesem Sinne, viel Spaß auf Euren FVVen und in Kürze wieder per Mail.

Beste Grüße,
Euer AK Semesterticket

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Überarbeitetes Angebot, Urabstimmungen in Planung, Fragen & Antworten

Liebe Semesterticket-Interessierte,

in aller Kürze möchten wir Euch mit der letzten Email vor der vorlesungsfreien Zeit einen Überblick zu den wichtigsten Neuerungen und die entsprechenden links geben.

Das überarbeitete Angebot des MVV ist eingetroffen. Änderungen zum vorherigen Angebot

Es wurde in den Punkten angepasst, welche wir auf der Pressekonferenz von OB Christian Ude (SPD) und MVG-Chef König am 19.6. in einer überraschenden Diskussion erwirken konnten – überraschend daher, weil Studentenwerk und wir von der Pressekonferenz am Tag zuvor zufällig erfuhren und eigentlich nicht eingeladen waren :-) Naja, Ihr seht, es wurde in den Punkten nachgebessert, wo dies am einfachsten (und günstigsten) möglich war. Immerhin hat das Angebot jedoch jetzt den Stand erreicht, welches es in den Verhandlungen vorher eigentlich hatte.

Bereits in einer der letzten Newsletter fügten wir einige gängige Fragen und Antworten zum Modell und dem Angebot bei. Diese haben wir nochmals online auf eine Seite gestellt, um Diskussionen in Foren und social networks zu unterstützen (Ihr könnt z.B. gerne auf diese Seite verweisen oder Euch nochmals selbst informieren, wenn Ihr Fragen habt).

Das Angebot ist somit abstimmungsfähig. Nach wie vor vorläufiger Termin ist das kommende Wintersemester. Derzeit werden noch in den kommenden Wochen Finanzierungsgespräche geführt, weshalb, wie bereits erwähnt, insbesondere der Sockelbetrag im Angebot als vorläufig zu betrachten ist. Basierend auf unserer Umfrage aus dem Jahr 2006 könnten ca. 50% der Teilnehmer an der damaligen Studie mit dem Angebot günstiger fahren (und seitdem gab es mehrere Tariferhöhungen). Unsere kurze Präsentation zur Vorabbewertung des Angebotes auf einer Sitzung des Fachschaftenrates findet Ihr hier.

Um Euch eine bessere Vergleichsmöglichkeit zwischen Status Quo und Semesterticket-Angebot bieten zu können, haben wir außerdem beim MVV aus einer Studie des Marktforschungsinstituts infas zusätzliche Daten angefragt. Diese werden Euch im Vorfeld der Urabstimmung zur Verfügung gestellt, damit Ihr bestmöglich informiert frei entscheiden könnt.

Eine erfolgreiche Prüfungszeit wünscht Euch Euer

AK Semesterticket

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Angebot wird nachgebessert – Presseberichte

Liebe Semesterticket-Interessierte,

seit unserer letzten Email am Mittwoch ist viel passiert: Wie berichtet sendeten Studentenwerk und Studierende dem MVV sowie den Verkehrsbetrieben MVG und DB-Regio / S-Bahn München einen gemeinsamen Brief mit Kritikpunkten am bestehenden Angebot vom 28.5. Kritikpunkte waren unter anderem die schlechtere Nebenzeit des Sockelbetrages (Angebot schlechter im Vergleich zum früheren Verhandlungsstand) sowie die komplizierte Gestaltung der Aufpreise.

Süddeutsche Zeitung vom 17.6. “Angebot als Absage” und Kommentar “Zaudern und Zögern”

Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil und der Bayerische Wissenschaftsminister Dr. Heubisch (beide FDP) fordern die MVG in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 19.6. ebenfalls zu Nachbesserungen am Angebot auf.

Die FDP hat im Stadtrat der Landeshauptstadt am 17.6. einen entsprechenden Antrag eingebracht (siehe vorletzte Seite der Rathaus Umschau vom 18.6.)

Eben jener Rathaus Umschau am Donnerstag haben Studentenwerk und wir Studierende entnommen, dass der Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und der Geschäftsführer der MVG Herr König für Freitag, den 19.6. eine gemeinsame Pressekonferenz angekündigt haben. Nachdem in zweieinhalbjährigen Verhandlungen bisher nicht die Möglichkeit bestand, beide Entscheidungsträger für ein entsprechendes Gespräch zu treffen, waren wir natürlich auf dieser PK, um zum einen Infos aus erster Hand zu erhalten und einige Probleme ansprechen zu können. Zu unserer Überraschung trafen wir zuvor auf dem Rathausplatz einen Vertreter des MVV und auf der PK einen Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, welche vermutlich ebenso neugierig waren, was die Stadt und MVG der Presse berichten möchten. Kurioserweise waren mittlerweile weit mehr Verhandlungspartner anwesend, als Pressevertreter. In einer Randnotiz der Süddeutschen Zeitung vom Tag zuvor wehrte sich die Stadt bereits und verwies an den Freistaat.

Das Rathaus hatte für die PK eine entsprechende Pressemitteilung vorbereitet, welches die erheblichen Preissteigerungen der letzten Jahre auf Kürzungen von Transferleistungen des Freistaates (der berühmte §45a des Personenbeförderungsgesetzes) zurückführte. Ein günstigeres Angebot von einem Semesterticket sei hauptsächlich von finanzieller Unterstützung durch die Hochschulen und den Freistaat abhängig. Alle Argumentationspunkte könnt Ihr der Rathausumschau vom 19.6. entnehmen.

Unter Beobachtung der Presse begann eine Diskussion zwischen dem OB, dem MVG-Chef und uns Studierenden. Die MVG argumentierte erneut, dass laut Marktforschung von 2007 sich mit 24% zu wenige Studierende für ein Sockelmodell ausgesprochen haben, denn 67% hätten das Einkomponentenmodell gewünscht und 8% keine Änderung am derzeitigen Tarifsystem. Nachdem (auch schon vor Durchführung der Marktforschung, mittlerweile erneut von Minsterien bestätigt) klar ist, dass ein Einkompontentenmodell (d.h. einheitlicher Preis für alle) in den Münchener Preisregionen und den bayerischen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar ist, haben wir die krasse Fehlinterpretation “es bestehe kein Handlungsbedarf” zur Sprache gebracht und auf die Urabstimmungen als relevante Instanz verwiesen, wenn denn ein abstimmungsfähiges Angebot vorliege.

Der OB hatte bereits während seiner Argumentation angekündigt, er habe die MVG gebeten, das Angebot nachzubessern. Aus unserer Diskussion entstand im Verlauf eine neue Sachlage zur Problematik, an wie vielen Hochschulen ein Semesterticket akzeptiert würde.

Hier die Neuerungen:

* Die Nutzungsmöglichkeit des Sockelbetrages von 75 Euro / Semester soll probehalber montags bis freitags von 18:00 bis 6:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztags unbeschränkt viele Fahrten im MVV-Gesamtnetz erlauben (statt bisher 19 Uhr).

* In Urabstimmungen wird zunächst die niedrigste angebotene Aufpreisvariante von 137 Euro vorgelegt, welche 6 Monate lang die ganztägige Nutzung des MVV-Gesamtnetzes erlaubt. Der Aufpreis auf ein vollständiges Semesterticket ist fakultativ, d.h. freiwillig; der Ausbildungstarif II kann weiterhin erworben werden (keine Änderung am bisherigen Angebot).

* Sollte eine der drei großen Hochschulen LMU, TUM und HM im ersten Anlauf nicht zustimmen, würde für die Hochschulen, welche sich für das Sockelmodell aussprachen, ein Angebot nachverhandelt. Dies ist in der Umsetzung des Angebotes völlig neue Sachlage, welche die vorherige Einschränkung relativiert und die Verhandlungen in keine Sackgasse steuern würde – der OB hat sich während der Pressekonferenz kurzfristig für diese Zusage entschlossen.

Wir warten demnach auf die Änderungen und erneute Übermittlung des Angebotes kommende Woche. Parallel hierzu werden wir uns in den Hochschulgremien an LMU, TUM und HM dem Angebot widmen. Die Zahlen im Angebot (v.A. der Sockelbetrag) bitten wir Euch nach wie vor als vorläufig zu betrachten: Das Angebot ist Basis für Fragen zur Finanzierung, welche wir mit Hochschulen, der Stadt und dem Freistaat prüfen möchten. Das Spiel “wer soll’s bezahlen” geht in München nun schon 17 Jahre ohne Ergebnis und wäre vielleicht am Freitag vermutlich nur um eine Runde verlängert worden – die derzeitige Wirtschaftslage gibt sicher keine Zuschüsse her, jedoch möchten wir nichts unversucht lassen und möchten uns daher die kommenden Wochen hierfür Zeit nehmen. Ferner sind zwischen Studentenwerk und MVV mit unserer Beteiligung noch viele Details zu klären wie z.B. Problematik / Ausnahmetatbestände wie Urlaubs- oder Auslandssemester, Ausweisträger usw.

Trotzdem sind wir einen größeren Schritt weiter, weshalb die Presse derzeit zum Teil einen Durchbruch meldet. Hier die aktuellen Artikel:
20.06.2009 Süddeutsche Zeitung – Überraschende Lösung: Ude und
Studenten einigen sich über Semesterticket

19.06.2009 Münchener Merkur – Durchbruch für das Semesterticket;
Kommentar: Reden hilft

Im Anschluss werden wir in enger Abstimmung an LMU, TUM und HM Urabstimmungen vorbereiten und Euch natürlich wieder als erste informieren.

Schönes Wochenende,
Euer AK Semesterticket

P.S. Auf unserer Seite werden wir wie üblich Änderungen am
Verhandlungsstand
und ausgewählte Presseartikel dokumentieren

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Pressebericht in der Süddeutschen Zeitung

Liebe Semesterticket-Interessierte,

wir möchten Euch einen in der heutigen Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel empfehlen, welcher die Situation in aller Kürze sehr umfassend beschreibt.

Ihr seht, dass auch die Wissenschafts- und Wirtschaftsminister das Angebot kritisch bewerten. Nachdem die Stadt kaum genannt wird, hierzu zwei Ergänzungen:

1. Die MVG verweist im Artikel auf Fördermöglichkeiten der Hochschulen und des Freistaates. Selbstverständlich könnte die Stadt München einen Tarif ebenfalls bezuschussen – dass die stadteigene Verkehrsgesellschaft das nicht zur Sprache bringt, ist klar. Zuschüsse fließen aktuell und auch bei einem Semesterticket vom Freistaat Bayern an die Verkehrsbetriebe nach §45a des Personenbeförderungsgesetzes – diese Bezuschussung resultiert hauptsächlich in der Preisdifferenz zwischen IsarCard und Ausbildungstarif I und II. Bayern kürzte in den letzten Jahren diese Zuschüsse, das stimmt, jedoch geschah dies durch eine Gesetzesnovelle der Landesverkehrsminister bundesweit. D.h. beim Preisniveau in München, nachdem mittlerweile Angestellte größerer Betriebe günstiger fahren als Schüler und Studierende, müssten/sollten sich eigentlich auch andere Beteiligte etwas einfallen lassen.

2. Vorstand der MVG ist u.A. der OB Christian Ude; das Studentenwerk hat zuletzt vor einem Monat schriftlich an das Rathaus appelliert, die problematische Haltung der MVG zur Chefsache zu machen.

Gleichzeitig nochmals der Hinweis auf die wichtigsten Dokumente aus den vergangenen Wochen:

Derzeitiges Angebot des MVV, MVG und DB-Regio / S-Bahn München
Antwortschreiben der Studentischen Vertretungen an das Studentenwerk
Antwortschreiben des Studentenwerks an den MVV

Vergleicht u.A. die vom MVV der Politik präsentierten Nebenzeiten mit dem derzeitigen Angebot, siehe Tabelle auf Seite 6 des PDFs.

Das Studentenwerk und wir bemühen uns im Vorfeld der Gesellschafterversammlung des MVV am 3. Juli mit dem Wirtschaftsreferenten der Stadt München ein Gespräch zu führen.

Beste Grüße, Euer AK Semesterticket

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