Verbleibende Optionen

Hier werden kurz die grundsätzlichen Möglichkeiten angesprochen und daraus die Ziele abgeleitet, die der AK Semesterticket in Zukunft erreichen will. Im Mai 2010 hat sich der Arbeitskreis noch einstimmig dafür ausgesprochen, für ein Semesterticket an allen drei Hochschulen zu kämpfen. Hintergrund für die jetzige Diskussion ist die Tatsache, dass sich die Bemühungen für ein Semesterticket im Moment in einer Sackgasse befinden. Deshalb muss sich der AK Semesterticket nun die Frage stellen, ob es überhaupt noch Sinn macht, sich für Semesterticket weiter zu engagieren und wenn ja, mit welchem Ziel.

  1. Semesterticket nur an TUM und HM
  2. Semesterticket an allen drei Münchner Hochschulen
  3. Einstellung des Projektes
  4. Zusammenfassung und Zielsetzung des AK Semesterticket


1) Semesterticket nur an TU München und Hochschule München

Eine Möglichkeit besteht darin, dass das Semesterticket vorerst nur an TUM und HM eingeführt wird, was zunächst auch logisch erscheint, da die Studierenden an diesen beiden Hochschulen im Dezember 2009 ja bereits für dieses Ticket gestimmt haben. Deshalb wurde nach der Abstimmung auch versucht, dies als Übergangslösung einzuführen. Allerdings wäre für den Fall, dass das Semesterticket an nur zwei Hochschulen eingeführt würde, eine zusätzliche Summe von über einer Million Euro pro Jahr nötig, die zur Deckung der Einnahmeausfälle auf Seiten des MVV dient. Diese Summe sollte zu je einem Drittel von der Stadt München, dem Freistaat Bayern und den beiden Universitäten aufgebracht werden. Weil sich aber der Freistaat im April 2010 aus der Finanzierung zurückgezogen hat, konnte diese Übergangslösung nicht realisiert werden.

Auch wenn es in Zukunft eine andere Modellversion geben sollte, wird es immer so sein, dass ein Semesterticket nur an TUM und HM teurer sein wird als ein Semesterticket an allen drei Hochschulen. Dies liegt darin begründet, dass Studierende an der TUM und an der HM durchschnittlich bereits jetzt schon mehr Geld für Tickets des MVV ausgeben als Studierende an der LMU. Zusammen mit der Prämisse der Kostenneutralität eines Semestertickets ergeben sich daraus direkt entweder höhere Preise für die Studierende pro Ticket oder eben ein zusätzlicher Betrag, der von Dritten oder indirekt von den Studierenden, zum Beispiel durch Studiengebühren, aufgebracht werden muss.

Allerdings wäre eventuell die Mehrheit der Studierenden an TUM und HM auch bereit, noch mehr für ein Semesterticket zu bezahlen als bisher zur Abstimmung stand. Es könnte nun also versucht werden, ein Semesterticket zur Abstimmung zu stellen, das ohne einen Zuschuss von Stadt und Land auskommt, dafür aber ungefähr 25 bis 30 Euro teurer sein wird, als das bisherige Angebot. Sollte sich die Studierendenvertretung der HM zusätzlich noch dazu entscheiden, ebenfalls wie die TU München ein Studienbeitragskonzept zu unterstützen, das heißt, der Sockelbetrag wird mit 29,50 Euro pro Studierendem aus Studiengebühren subventioniert, wäre es sogar realistisch, dass diese Preiskombination von den Studierenden angenommen wird.

Allerdings sinkt dabei natürlich die Quote derer, die von einem Semesterticket rein finanziell profitieren würden, immer weiter. Es ist daher auch zu befürchten, dass die Nutzungsquote, also der Prozentsatz an Studierenden, die sich das Aufpreisticket kaufen, deutlich unter 50% fallen wird. Diese Tatsache widerspricht dem Grundgedanken, der hinter einem Semesterticket steht, nämlich dass es dem allgemeinen Studierenden nützt.

Ein Vorteil, das Semesterticket zunächst nur an TUM und HM einzuführen, läge darin, dass dadurch ein gewisser “Vorbildeffekt” auftreten könnte, das heißt, dass die Studierenden an der LMU auch das gleiche Ticket haben möchten wie die Studierenden an den anderen beiden Hochschulen. Man spart sich also im Vorfeld einiges an Überzeugungsarbeit an der größten Hochschule Münchens, nimmt aber zunächst höhere Preise in Kauf. Falls sich die Studierenden der LMU dann wirklich für das Semesterticket entscheiden sollten, könnte es im Zuge dessen für alle beteiligten Hochschulen billiger werden.

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2) Semesterticket an allen drei Münchner Hochschulen

Die zweite Möglichkeit ist, zu versuchen, ein mögliches Semesterticket sofort an allen drei Hochschulen einzuführen. Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass ein neues Angebot billiger sein muss, als das bisherige. Ansonsten wäre eine erneute Abstimmung an der LMU nicht zu rechtfertigen. Es wäre nicht in Ordnung, das vorliegende Angebot einfach so lange zur Abstimmung zu stellen, bis es doch einmal angenommen wird. Also müssen auf jeden Fall die Gründe für die Ablehnung an der Ludwig-Maximilians-Universität München gesucht und natürlich in Zukunft vermieden werden.

Ein gewichtiger Punkt, der für eine Lösung mit allen drei Hochschulen bereits zu Beginn spricht, ist, dass der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Christian Ude, und Vertreter des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags in der Vergangenheit bereits mehrfach betont haben, dass sie ein Semesterticket nur dann unterstützen werden, wenn es an allen drei großen Münchner Hochschulen eingeführt werden soll.

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3) Einstellung des Projektes

Die dritte Option ist, die Anstrengungen für ein Semesterticket in München komplett einzustellen. Das klare Abstimmungsergebnis an TUM und HM sollte aber als Auftrag verstanden werden, sich weiterhin für ein Semesterticket einzusetzen. Deshalb darf die Einstellung des Projektes nur die allerletzte Alternative des Arbeitskreises darstellen.

Allerdings muss auch ständig überprüft werden, wie sinnvoll ein weiteres Engagement überhaupt ist. Sollte sich im weiteren Verlauf herausstellen, dass ein Semesterticket nur möglich ist, wenn es für die Mehrheit der Studierenden keinen Vorteil bringt, sollte auf weitere Anstrengungen, zumindest temporär, verzichtet werden. Ähnliches gilt für den Fall, dass sich die Verantwortlichen auf Seiten der Verkehrsbetriebe oder auf Seiten der Politik weiterhin weigern, einem Semesterticket zuzustimmen beziehungsweise sich dafür einzusetzen.

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4) Zusammenfassung und Zielsetzung des AK Semesterticket

Aus den obigen Überlegungen ergeben sich also folgende grundsätzliche Zielsetzungen für den AK Semesterticket:

  • Das Projekt soll so lange es sinnvoll erscheint weiterverfolgt werden.
  • Das Semesterticket soll an TUM, HM und LMU eingeführt werden.
  • Das geplante Ticket soll für die Mehrheit der Studierenden einen Vorteil bringen.
  • Sowohl der Sockelbetrag als auch der Gesamtpreis muss für die Endkunden, also die Studierenden, günstiger sein als beim Angebot von 2009.
  • Die günstigste Möglichkeit muss auch für den Großteil der Wenigfahrer rentabel sein. Konkret: Ein Sockelbetrag von ungefähr 50 Euro ist erforderlich.
  • Ein Gesamtpreis von maximal 200 Euro für die günstigste Kombination ist anzustreben.

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