Finanzierungsmöglichkeiten
Eine Vorausseztung für ein Semesterticket in München ist, dass es kostenneutral eingeführt wird. Das heißt also, die Verkehrsbetriebe nehmen nach Einführung eines solchen Tickets von den Studierenden den gleichen Betrag ein wie zuvor. Im Folgenden sollen nun die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert werden, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
- Vollständige Deckung durch Verkaufspreis
- Zuschüsse aus öffentlichen Kassen
- Sponsoring durch Firmen
- Studienbeitragskonzept
1) Vollständige Deckung durch Verkaufspreis
Anzustreben ist in jedem Falle eine vollständige Deckung durch den Verkaufspreis. Das bedeutet, dass die Einnahmen aus dem Sockelbetrag, dem Aufpreis sowie den zusätzlichen Zeit- und Bartarifkarten den bisherigen Einnahmen entsprechen. Falls jedoch mit dem MVV keine Preise ermittelt werden können, die für die Studierenden zumutbar sind, können andere Varianten gesucht werden. Kriterien für die Zumutbarkeit lassen sich direkt aus den Zielen des AK Semesterticket ableiten.
Die hier aufgeführten Möglichkeiten zur Zusatzfinanzierung schließen sich keineswegs aus, sondern können auch problemlos kombiniert werden.
2) Zuschüsse aus öffentlichen Kassen
Die erste naheliegende Möglichkeit wäre, den Fehlbetrag, der durch die Einführung eines Semestertickets entstehen würde, aus öffentlichen Kassen zu finanzieren. Hierbei kommen nur die Stadt München und der Freistaat Bayern in Betracht.
Bei einem Gespräch im Juli 2010 und in einem Brief im November 2010 hat der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Christian Ude, nochmals bekräftigt, dass die Stadt München bereit wäre, einen Zuschuss von 400.000 Euro zu leisten. Dies gilt allerdings nur, wenn sich der Freistaat in gleichem Maße beteiligt.
Wie bekannt ist, war der Freistaat Bayern dieser Idee Anfang 2010 sehr aufgeschlossen. Allerdings wird dieses Thema aus Furcht vor Forderungen aus anderen bayerischen Universitätsstädten, wie Nürnberg, mittlerweile sehr kritisch gesehen. Im April wurde dann ja bekanntermaßen die Zahlung verweigert. Grundsätzlich vorstellbar wäre ein Finanzierung durch den Freistaat laut Landtagsabgeordneten im Bildungsausschuss nur, wenn alle drei großen Münchner Hochschulen am Semesterticket teilnehmen würden.
Sollten die Vertreter des Freistaates diese Position weiterhin beibehalten und trotz der Beteiligung aller drei großen Münchner Hochschulen keine Finanzierung ermöglichen, ist auch nicht mit einer Finanzierung durch die Stadt München zu rechnen.
3) Sponsoring durch Firmen
Eine weitere Möglichkeit wäre, Firmen zu ermöglichen, auf dem Semesterticket-Fahrschein Werbung zu machen, ähnlich wie auf den Legic-Karten der TU München oder den Mensakarten der LMU. Die Einnahmen daraus könnten zur Deckung von Finanzierungslücken genutzt werden. Bisher wurden vom AK Semesterticket keine Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Allerdings könnte diese Möglichkeit auf jeden Fall ertragreich sein.
Sollte eine zusätzliche Finanzierung nötig sein, empfiehlt es sich durchaus, diese Möglichkeit zumindest zu probieren. Es ist bei der Auswahl des Sponsors allerdings darauf zu achten, dass die Verkehrsbetriebe damit einverstanden sind.
4) Studienbeitragskonzept
Als letzte Finanzierungsmöglichkeit kommt noch ein Studienbeitragskonzept in Frage, wie es beim letzten Angebot an der TU München bereits angedacht war. Hierbei wurde der Sockelbetrag von 78,50 Euro auf 49 Euro reduziert, das heißt, pro Studierendem wurde ein Zuschuss von 29,50 Euro aus Studienbeiträgen geleistet. In Summe bedeutet dies ein Zuschuss von etwa 750.000 Euro pro Semester.
Auch bei einem erneuten Anlauf wäre diese Art der zusätzlichen Finanzierung an der TU München durchaus denkbar. Die Studierendenvertretung der LMU lehnt dies dagegen kategorisch ab. Wie sich die Thematik an der Hochschule München verhält, muss noch abgewartet werden, bei der Abstimmung 2009 konnte eine solche Finanzierung nicht durchgesetzt werden. Diese Art der Finanzierung kann in jedem Falle nur pro Hochschule einzeln erfolgen und muss von den jeweiligen Studierenden selbst bei einer Abstimmung entschieden werden.
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