Auto, Zelt, Pferd & Radl für München – wer braucht schon eine Monatsmarke?

Aufruf an alle Studierenden – Der AK Semesterticket informiert

Liebe Münchner KommilitonInnen,

Ende November / Anfang Dezember war es fast soweit.

Den Studierenden der Münchner Hochschulen LMU, TUM und HM lag ein Angebot für ein Semesterticket zur Abstimmung vor. Dieses wurde bekanntermaßen an TU und HM angenommen, an der LMU jedoch abgelehnt.

Daraufhin sollte dieses Modell an der TU sowie der HM als Pilotprojekt für 2 Jahre eingeführt werden – für etwaige Verluste gegenüber einer Kalkulation mit den LMU-Studenten wollten der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München und die beiden Hochschulen zu jeweils einem Drittel bürgen.

Trotz dieser Zusicherungen scheiterte der Versuch eines Semestertickets auf Probe. Zunächst erhöhte der Verhandlungspartner MVG ohne weitere Begründung die Verlustschätzung von 1 Million € auf 1,2 Millionen €. Außerdem beharrte die Stadtwerke-Tochter auf einer Zahlung in jedem Fall, unabhängig von den tatsächlichen Umsätzen der Studierenden, und ließ dem geplanten Projekt damit keine Chance. Offiziell wurde von den Staatsministern Zeil und Heubisch kommuniziert, dass für den Teil aus dem bayerischen Etat schlicht die Frist für den Nachtragshaushalt versäumt wurde.

Neben Kommunikationspannen und fadenscheinigen Begründungen macht vor allem das Argument eines Quasi-Monopolisten, die Studierenden hätten keine Alternative zur Nutzung des ÖPNV, die Verhandlungen schwierig bis unmöglich. Damit ist er nicht ganz im Unrecht, denn an den ausgelagerten Hochschulstandorten Garching, Weihenstephan und Martinsried haben die meisten Studenten nur durch U- bzw. S-Bahn Anbindung an die Innenstadt.

Während des Aktionszeitraums Juni soll darauf hingewiesen werden, dass wir Studenten zwar ein guter Kunde sind und auch gerne blieben, uns allerdings gezwungen sehen, neuartige Transportformen von und zur Hochschule zu nutzen.

Wer braucht schon eine Monatsmarke?

Wir fordern alle Münchner Studierenden auf, sich zunächst für die ersten zwei Wochen im Juni alternative Bewegungsformen zu suchen. Wir haben Möglichkeiten für Mitfahrgelegenheiten (genaueres siehe unten!) organisiert. Andere Ideen werden unterstützt die aus Fahrrädern und Rollern, aus Skaten oder ausgefalleneren sportlichen Varianten bestehen.

Auf www.semesterticket-muenchen.de findet Ihr alle relevanten Informationen zu Hintergründen, Motivation und Ablauf dieser und weiterer Aktionen bereitgestellt.

Citypendler

Unser von der Bayerischen Elite-Akademie prämierter Partner Citypendler bietet die Möglichkeit, Mitfahrgelegenheiten auch auf Kurzstrecken zu koordinieren. Wir haben für die Studierenden und andere Unterstützer der Aktion eine kostenlose Nutzung vereinbart. Die Details findet ihr auf unserer Webseite. Bei Interesse ist es wichtig, dass ihr euch über uns und nicht über citypendler.de anmeldet.

Weitere Aktionen

Durch Fahrradkorsos sollen die existierenden Routen und das gute Fahrradwegenetz Münchens vorgestellt und auf die gesunde Fortbewegung auch von und zur Uni hingewiesen werden. Des Weiteren ist für die zweite Aktionswoche ein großes Zelten am Campus in Garching geplant.
Genaueres zum Ablauf und Zeitpunkt zu beiden Aktionen steht in Kürze auf unserer Webseite.

Wir freuen uns über Eure zahlreiche Teilnahme!

Euer AK Semesterticket

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Einladung für Interessierte kommenden Montag – Orgatreffen & Generationenwechsel

Liebe Semesterticket-Interessierte,

wer sich von Euch vorstellen könnte beim AK Semesterticket “Next Generation” mitzuwirken oder sich unverbindlich informieren möchte, den laden wir herzlich ein:

kommender Montag, den 10.05.2010, um 18:00 Uhr in den Räumen des AStA der LMU (Leopoldstraße 15). Falls Ihr mit der U-Bahn anreist, ist das die U3/6 Haltestelle Giselastraße, südlicher Ausgang / stadteinwärts im Erdgeschoss des Studentenwerksgebäudes (direkt an der Leopoldstraße, erkennbar an der stählernen Rollstuhlrampe). Details zur Erreichbarkeit und Kontaktdaten

Ihr habt es in der Hand – Nachdem einige von uns ihr Studium bereits abgeschlossen haben bzw. gerade dabei sind, suchen wir nach neuen Ideen, Lösungsansätzen und engagierten Kommilitonen, welche unser gemeinsames Anliegen übernehmen und weiter tragen möchten. Wir werden Euch ganz kurz über unsere bisherige Arbeit informieren und stehen während der anschließenden Diskussion auf Wunsch beratend zur Verfügung, jedoch entscheidet Ihr nach Eurer Diskussion und Interessenlage, wie es weiter gehen könnte.

Dabei wurden auf den Fachschaftsvollversammlungen der TUM viele Möglichkeiten vorgeschlagen: neues Angebot fordern, Boykott für 1 bis 2 Wochen im Juni, Mitfahrzentralen, Demo, Emails an Kundenservice, Landtagspetition, Investor bzw. Sponsor für die Ausfallfinanzierung suchen, andere öffentliche Förderquellen anzapfen, Ausschreibung für Buslinien zwischen Standorten, JobTickets (also MVV-Jahreskarten mit mehr Rabatt als ATII) kaufen, rostige U-Bahn kaufen (die liegen bleibt), ein paar illegale Ideen ;-) und viele mehr, um nur einige Ansätze zu nennen. Natürlich bleibt die Option, das Thema von studentischer Seite auch mit Anstand zu beenden, und sich lediglich verhandlungsbereit zu zeigen.

Lust eine oder Deine Idee zum Thema umzusetzen? Falls am kommenden Montag genügend Interessenten anwesend sind, könntet Ihr bzw. der AK im Idealfall sogar “mehrgleisig” fahren. Prämisse bleibt, die Studis haben in evtl. nötigen Abstimmungen das entscheidende Wort.

Wir freuen uns auf Euer Kommen,
Euer AK Semesterticket

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Pressemitteilungen Heubisch, Zeil & Ude – Reaktion der Studierenden: Formfehler lässt Ticket scheitern

Pressemitteilung des AK Semesterticket vom 30.04.2010:

Kein Verständnis für Unfähigkeit der bayerischen Ministerien – Studierende erfahren aus Pressemitteilung von angeblichem Formfehler beim Semesterticket

Die Studierendenvertreter von Hochschule München und TU München sind verärgert über die Pressemitteilung der Minister Heubisch und Zeil zum Semesterticket. „Sich auf diese Art mit einem Formfehler aus der Verantwortung zu stehlen ist ignorant“, fasst Anian Kammerloher von der TU München die Situation zusammen. „Dennoch bleibt der Freistaat in der Pflicht, sich aktiv um ein Semesterticket zu bemühen. Wir nehmen die Ministerien hier beim Wort, die in ihrer Pressemitteilung eine Bezuschussung prinzipiell zusagten.“ Damit könnte Bayern nach jahrelanger Diskussion die Lücke zu anderen Bundesländern schließen, in denen ein Semesterticket nicht bloß eine Wunschvorstellung ist.

Die Mehrheit der Studierenden in München ist mit dem aktuellen Ausbildungstarif II des MVV nicht zufrieden – gerade deswegen sprachen sie sich im letzten Jahr an der TUM und HM mit großen Mehrheiten für das teuerste Semesterticket Deutschlands aus. Die Münchner Situation betrifft Auszubildende, Schüler und Praktikanten in gleichem Maße, während Angestellte großer Unternehmen günstiger fahren. „Hier von einem günstigen, weil subventioniertem Tarif zu sprechen, zeugt von Unkenntnis in der Sache“, ergänzt Sandro Steger von der Hochschule München. „Bei einem, auch für die LMU-Studierenden attraktiven Angebot, wäre eine Semesterticket schon längst beschlossene Sache.“

Trotzdem lag zwei Wochen nach der Abstimmung im letzten Jahr die Lösung bereits auf dem Tisch: die Drittelung einer Ausfallbürgschaft zwischen Stadt, Freistaat und Hochschulen für ein 2-jähriges Pilotprojekt. OB Ude und die Präsidenten von TUM und HM kamen schnell überein, und auch Staatsminister Heubisch verkündete am 25. März, man wäre „ein gutes Stück weitergekommen“. Nachdem knapp fünf Monate den Ministerien für die Klärung der Formfragen nicht reichten, steht nun ausreichend Zeit zur Verfügung, ein Semesterticket für 2011 zu realisieren.

Wie die letzten sechs Jahre stehen wir auch weiterhin für konstruktive Lösungen und Gespräche zur Verfügung!


Pressemitteilung von Ministern Heubisch und Zeil vom 29.04.2010

Heubisch und Zeil bedauern, dass Münchner Semesterticket zunächst nicht eingeführt werden kann – Wissenschaftsminister Heubisch und Bayerns Wirtschaftsminister Zeil: „Verständnis für Enttäuschung der Studierenden“

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch bedauern es sehr, dass das Münchner Semesterticket derzeit nicht realisiert werden kann. Zeil und Heubisch: „Die unentschlossene Haltung der Verkehrsunternehmen hat letztlich dazu geführt, dass eine finanzielle Unterstützung des Tickets nicht mehr möglich ist, weil der Nachtragshaushalt 2010 vom Landtag mittlerweile verabschiedet wurde.“


Pressemitteilung von Oberbürgermeister Ude vom 29.04.2010

Semesterticket: OB Ude bedauert Nein des Freistaats

Oberbürgermeister Christian Ude bedauert sowohl im Namen der Landeshauptstadt als auch im Namen des Münchner Verkehrsverbundes das Nein des Freistaats Bayern zu einer Mitfinanzierung eines Semestertickets für die Studentenschaft der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule München (HM). Damit sei die Idee eines Semestertickets “zumindest auf mittlere Sicht gescheitert”.

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Pilotprojekt Semesterticket an TUM und HM – Entscheidung steht bevor

Liebe Semesterticket-Interessierte,

während auch wir in die Tiefen der Prüfungszeit abgetaucht sind, haben sich zu unserem Lieblingsthema neue Entwicklungen ergeben: Es liegt seit Anfang Dezember 2009 ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, das Semesterticket als Pilotprojekt nur an der TUM und HM für zunächst zwei Jahre einzuführen – zum Euch in der Abstimmung vorgelegten Preis, und wenn der enge Zeitplan eingehalten werden kann ab WS2010/11.

Wie es dazu kam – deutliche Mehrheit an der TUM und Zustimmung an der HM weisen Weg Richtung Pilotprojekt

Am 4.12.09 endete die Abstimmung um Mitternacht, am Samstag den 5.12. wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Direkt an diesem Wochenende hat uns unser Präsident Prof. Herrmann telefonisch seine Unterstützung zugesichert und Gespräche mit dem Münchener Rathaus und dem Wissenschaftsministerium aufgenommen. Am 14.12.09 hatte OB Ude einem Studentischen Vertreter der HM und zwei Studentischen Vertretern der TUM ein Gespräch ermöglicht, bei welchem wir unser Anliegen vorbringen konnten. Bereits zu Beginn des Gespräches war auch die Unterstützung des OBs deutlich, welcher wie in seiner PM vom 7.12. die Mehrheiten für das Semesterticket an TUM und HM sowie eine Stimmenmehrheit insgesamt (Summe über alle abgegebenen Stimmen) als Handlungsbedarf interpretiert, so dass wir auf unsere vorbereitete Argumentationslinie gar nicht zurück greifen mussten. Wissenschaftsminister Heubisch hatte zuvor eine ähnlich lautende Mitteilung herausgegeben.

Ermöglicht wurde dies wegen Eurer phänomenalen Wahlbeteiligung und dem recht deutlichen Ergebnis von 82,5% Zustimmung an der TUM – in Zusammenhang mit der Wahlbeteiligung eine absolute Mehrheit aller TUM-Studierenden. Die Zustimmung von 65,5% an der HM ist ebenfalls deutlich, jedoch unterstreicht sie, dass der erheblich höhere Sockelbetrag von vielen Studierenden als problematisch eingeschätzt wird (obwohl die durchschnittlichen Ausgaben der Studierenden an der HM noch über denen der TUM liegen). Die 52,1% Ablehnung an der LMU sind entsprechend folgerichtig, der Sockel viel zu hoch bei entsprechendem Fahrverhalten und wird kaum / nicht mehr als solidarisch empfunden (obwohl über 60% aller LMU Studierenden 3 oder mehr Ringe verwenden).

Leider und wie mehrfach erläutert ist es sehr schwer bis nahezu unmöglich, alle Studierenden Münchens unter einen Hut zu bekommen und ein attraktives Angebot zu vermitteln bzw. wurde trotz mehrfacher Anfrage und getroffener Handlungsvereinbarung gegenüber MVG und DB kein anderes Angebot vorgelegt. Ob der Weg von uns an der TUM mit einem Studienbeitragskonzept einen niedrigeren Sockel zu erreichen der Richtige ist? Bei uns stand das Gesamtpaket zur Abstimmung – die Ergebnisse an den anderen Hochschulen sehen wir nach wie vor als Motivation und Aufforderung an die Verkehrsbetriebe für dringende Verbesserungen in den kommenden Jahren. Der Anfang wäre ein deutlich niedrigerer Sockelbeitrag, wie von uns stets vorgeschlagen und gefordert, doch dazu später mehr.

Kompromissvorschlag – konkrete Zahlen

Laut eigener Aussage des MVV würde bei einem Gesamtumsatz von ca. 31,1 Millionen Euro pro Jahr (Umsatz aller Studierenden von LMU, TUM und HM pro Geschäftsjahr, Basis und Tarifstand infas-Studie von 2007) durch eine Einführung an TUM und HM sowie das Ausbleiben der LMU ein Verlust von max. 1 Mio. Euro pro Jahr entstehen (Basis Tarifstand 2010). Das sind ca. 3 bis 4% Umsatzverlust durch Einführung des Semestertickets zum angebotenen Tarif an TUM und HM, bedingt durch Skaleneffekte und ein im Durchschnitt minimal anderes Fahrverhalten an der LMU (an allen drei Hochschulen liegen die durchschnittlichen Ausgaben aller Studierenden für den ÖPNV über 200 Euro pro Semester). Oder anders herum gesagt müsste sich schätzungsweise der Aufpreis im Sockelmodell um 10 bis 15 Euro verteuern, um diese Lücke zu schließen – was wiederum eine neue Abstimmung erfordern würde.

Nun können weder infas, noch der MVV oder die Verkehrsbetriebe einschätzen, ob die beschriebene Umsatzlücke tatsächlich entsteht: Die hohen Zustimmungsquoten an TUM und HM lassen vermuten, dass sich das Aufpreisticket besser verkauft, als von infas prognostiziert – zudem gab es im berechneten Angebot mit Sicherheit einen finanziellen Puffer. Ihr müsst Euch vergegenwärtigen, dass bei Gewinn-/Verlust die Variable “Wie viel % aller Studierenden kaufen das Aufpreisticket” sich ca. 1% weniger Aufpreisticketkäufer in einem hohen fünfstelligen Minus niederschlägt, während bereits +/-5% Aufpreisticketkäufer Unsicherheiten im höheren sechs- bis knapp siebenstelligen Bereich bedeuten. Davor schrecken die Verkehrsbetriebe zurück.

Jedoch ist das Ganze in Relation zum Gesamtumsatz der Studierenden zu sehen, wie oben hergeleitet 3 bis 4% des Umsatzes der Studierenden bzw. realtiv zum Gesamtumsatz des MVV von über 500 Millionen Euro pro Jahr – auf Arbeitsebene kommt man kaum weiter, weshalb wir schon in der Pressemitteilung vom 5.12.09 mit der Bekanntgabe der Ergebnisse geschrieben haben “müsse eine politische Entscheidung her”: Natürlich könnte man erneut über ein höheres Angebot abstimmen, aber irgendwann wird der Schaden für Demokratie und das Image des Hochschulstandortes München größer als das reale Verlustrisiko.

Pilotprojekt – Entscheidung steht bevor

Deswegen lautet die Formel “Falls während der Pilotphase an TUM und HM durch die Einführung des Semestertickets dem MVV Umsatzverluste entstehen, würde diese zu je einem Drittel von der Landeshauptstadt München, dem Freistaat Bayern und den Hochschulen getragen”. Erstmals werden damit externe Zuschüsse in Aussicht gestellt, ein von vielen Kritikern des Angebotes geforderter Schritt. Es handelt sich um eine Art Ausfallbürgschaft, das heißt die Zuschüsse hätten die Form einer Absicherung im Notfall, um den Tarif überhaupt einzuführen – würden aber nicht in jedem Fall fließen und leider auch nicht in Preissenkungen resultieren (sondern das aktuelle Abstimmungsverhalten an TUM und HM respektieren, womit erneute Abstimmungen über einen höheren Preis für die kommenden zwei Jahre unnötig wären). OB Ude hat uns bereits am 14.12.09 zugesichert, dass er und die Stadt diese Lösung mittragen würden. Unser Präsident Prof. Herrmann hat diesen Vorschlag in der Diskussion mit dem OB und Wissenschaftsminister entwickelt, weshalb der Standpunkt der TUM bereits feststeht. An der Hochschule München ist die Diskussion noch im Gange. Der Freistaat beschäftigt sich ebenfalls damit, ob nun das Wissenschaftsministerium, das Wirtschaftsministerium (zu welchem auch das Ressort Verkehr gehört) oder beide sich beteiligen.

Wie im politischen Ringen üblich geht es auch um die Wahrung eigener Interessen: Wir haben in den vergangenen Jahren zwar des öfteren auf einen ähnlichen Finanzierungsgipfel und Zuschüsse gehofft, diese scheiterten jedoch meist am Schwarzen Peter Spiel “Das sollen doch die anderen bezahlen”. Das Angebot des OB ist daran gebunden, dass der Freistaat mitzieht, und sicher umgekehrt. Nachdem die Hochschulen auch ihren Hut in den Ring geworfen haben, sind wir jedoch positiver Dinge, hier zu einem echten Novum zu kommen. Warum? Weil ein Abstimmungsergebnis von über 80% an der TUM alle politischen Seiten maßgeblich beeindruckt hat: Ihr habt damit eine echte Marke gesetzt, und das wissen viele zu respektieren.

Wir dürfen uns jedoch nichts vormachen: Der Hochschulanteil in dieser Ausfallfinanzierung ist unser eigenes Geld, nämlich Studienbeiträge. Es geht um ca. 5 bis 7 Euro pro Kopf pro Semester. Der Standpunkt des Fachschaftenrates der TUM vor den Gesprächen mit unserer Hochschulleitung über ein Studienbeitragskonzept zum Semesterticket in 2009 war laut Beschluss, man solle zunächst so viel wie möglich an Mitteln anfragen, was uns angeboten wird, und dann im Verhältnis abwägen: Dementsprechend sahen wir auch die Senkung von 78,50 Euro auf 49 Euro Sockelbeitrag durch ein Studienbeitragskonzept als verhältnismäßig, dass eine spürbare und wahrnehmbare Reduzierung auf der einen Seite steht, und auf der anderen Seite immer noch deutlich Mittel für Lehre sowie Studienbedingungen vorhanden sind. Dieses Gesamtpaket stand zur Abstimmung. Nachdem die mögliche Ausfallfinanzierung im Verhältnis zum zur Abstimmung gestandenen Beitragskonzept geringer ist, halten wir diesen Ansatz für pragmatisch und vertretbar, da der Freistaat und die Stadt sich erstmalig an einer Finanzierung des Semestertickets beteiligen würden und wir Euch zumindest für die nächsten zwei Jahre eine erneute Abstimmung über ein teureres Angebot ersparen könnten. Oder anders herum gesagt, wenn wir auf diese Art und Weise externes Geld ins System bekommen, sollten wir aus unserer Sicht mitmachen.

An der Hochschule München wird diese Diskussion mit erheblichen “Bauchschmerzen” zwischen Studierenden und Hochschulleitung noch geführt, geht aber in die ähnliche Richtung. An der HM wird parallel über die Senkung von Studienbeiträgen verhandelt, weshalb diese Frage klar Priorität vor einem Semesterticket hat. Wie ihr vermutlich wisst, wird die Frage “Studienbeiträge fürs Semesterticket” an HM und der LMU zum Teil sehr heftig und basierend auf anderen strategischen Ansätzen geführt.

Der Konvent der LMU hatte bereits vor der Abstimmung beschlossen, kein Studienbeitragskonzept in Sachen Semesterticket anzustrengen. Nachdem an der LMU die Abstimmung denkbar knapp ausgegangen ist, wird es dabei bleiben. StuVe der LMU, deren Hochschulleitung, das Studentenwerk und auch wir sehen, dass die Sache an der LMU für die nächsten zwei Jahre einfach gelaufen ist: Ein externes Einwirken auf die Mehrheitsverhältnisse wäre fatal und entspricht nicht unserem Demokratieverständnis, die StuVe wird nach eigener Aussage nicht abstimmen, “bis es passt”. Daher sehen wir es als deutliche Aufforderung an die zukünftig zum Semesterticket aktiven Studierenden, dass mit Ende des Pilotprojektes an der TUM und HM im Interesse der Studierenden der LMU und unser aller Interesse ein attraktiveres Angebot her muss, wenn das Semesterticket in München keine Eintagsfliege bleiben soll.

Die Lösung dafür ist bekannt, das von uns schon 2007 vorgeschlagene Stuttgarter Modell hat bei einem ähnlichen Tarifgefüge einen Sockel von unter 40 Euro pro Semester. Trotz mehrfacher Aufforderung haben wir leider für einen Sockelbetrag in ähnlichen Preisregionen nie ein Angebot erhalten, sondern durch die Bindung mehrerer Hochschulen eher die teurere Variante. Wir denken, dass bei erfolgreichem Lauf des Pilotprojektes an TUM und HM das Potential für Verbesserungen vorhanden sein wird, auch im Interesse unserer Kommilitonen an der LMU. Nach Rückfrage bei Verhandlungspartnern schätzen diese die Chancen derzeit mit den Verkehrsbetrieben einen günstigeren Sockel anbieten zu können als gering ein, weil die Vorbehalte gegen das Semesterticket als solches einfach noch zu groß seien. Wer von Euch die Verhandlungen der letzten Jahre verfolgt hat, der weiß, wie schwierig es war, überhaupt zu einer Lösung zu kommen.

Wie und wann geht es weiter

Die HM entscheidet in diesen Tagen, am 24.3. trifft sich der Wissenschaftsminister mit den Präsidenten von TUM und HM. Ob die HM als verbleibende Hochschule bereits eine Zusage erteilt und Minister Heubisch für den Freistaat, wissen wir leider nicht. Lange kann es aber nicht mehr dauern. Wenn die Ausfallfinanzierung steht, stünde noch die Vertragsverhandlung zwischen Studentenwerk und MVV bevor. Das will in allen Details durchdacht und überprüft sein, erst dann können die Beteiligten unterschreiben.

“Schau ‘mer mal”, ob es dazu kommt!

Bis dahin, frohe Ostern, viel Spaß und eine gute Zeit,

Euer AK Semesterticket

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Pressemitteilungen: Reaktionen von Minister Heubisch und OB Ude

Wissenschaftsminister Heubisch zum Ergebnis
der Urabstimmung zum Semesterticket in München

07.12.2009 “Zuerst einmal freue ich über die mit 53,7 Prozent außerordentlich gute Wahlbeteiligung der Studierenden. Sowohl die Studierenden der TU München als auch die Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München haben ein klares Votum für das Semesterticket abgegeben. An der LMU ist keine Mehrheit für das Semesterticket zustande gekommen. Dies ist zu respektieren. Das Ergebnis muss Ausgangspunkt aller weiteren Überlegungen sein. Daher unterstütze ich den Vorschlag des Studentenwerks München nachdrücklich, an den Hochschulen, an denen es eine Mehrheit für das Semesterticket gibt (TUM mit 82,5 Prozent und HM mit 65,5 Prozent) das Semesterticket als Pilotprojekt einzuführen. Entscheidend ist, dass die Konditionen für den verpflichtenden Sockelbeitrag und den freiwilligen Aufpreis bestehen bleiben.”

OB Ude: Das Semesterticket darf nicht scheitern

(7.12.2009) “Von einem “Scheitern” des MVV-Semestertickets kann nach Ansicht des Vorsitzenden der MVV-Gesellschaftsversammlung, Oberbürgermeister Christian Ude, “nicht die Rede sein”. Es sei zwar wahr, dass bei der Urabstimmung an der Ludwig-Maximilians-Universität die erforderliche Mehrheit “denkbar knapp verfehlt” worden sei, man müsse aber auch beachten, “dass sich die Mehrheit der drei befragten Hochschulen und vor allem eine überraschend deutliche Mehrheit der Studenten, die an der Urabstimmung teilgenommen haben, für das Semesterticket ausgesprochen haben.
Im Einzelnen lauteten die Ergebnisse:

  • LMU Beteiligungsquote 51,2 %
  • TUM Beteiligungsquote 64,8 %
  • HM Beteiligungsquote 43,7 %
  • LMU Ja-Stimmen 11.056 (= 47,9%)
  • TUM Ja-Stimmen 12.561 (= 82,5%)
  • HM Ja-Stimmen 4.238 (= 65.5%)

Ude wörtlich: “Dieses eindeutige Mehrheitsvotum der Münchner Studentenschaft in Höhe von 62,2% (insgesamt 27.855 Ja-Stimmen) darf nicht vom Tisch gewischt werden, auch wenn an einer der drei Hochschulen die Hürde nicht genommen werden konnte. Nachdem die MVV GmbH in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen, das Studentenwerk und die Studentenvertretungen seit Jahren daran gearbeitet haben, auch unter der schwierigen Münchner Ausgangslage ein Semesterticket zustande zu bringen, muss diese Arbeit jetzt zum Erfolg geführt werden.”

Als Ursache für die besonders hohe Zustimmung von 82,5% an der Technischen Universität sieht der Oberbürgermeister neben den höheren Fahrtstrecken zu den Lehrstätten vor allem das Angebot der TUM, sich an jedem “Sockel-Ticket” mit ca. 30 Euro pro Student aus den Studiengebühren zu beteiligen. “Mit Sicherheit wäre die Zustimmung an den anderen beiden Hochschulen im Falle einer solchen Bezuschussung ebenfalls höher ausgefallen.” Um das Semesterticket als sozial- und verkehrspolitische Errungenschaft für München doch noch zu verwirklichen, könnte jetzt an der LMU versucht werden, dem Vorbild der TUM zu folgen und ebenfalls einen Teil des Sockel-Betrages von 78,50 Euro aus Studiengebühren zu finanzieren.” Bei einer derartigen Verbesserung des Angebots könne wohl mit einer Zustimmung der LMU-Studentenschaft gerechnet werden. Auch mit einer Hilfe des Freistaats Bayern als Träger der Universitäten kann nach Ansicht des Oberbürgermeisters zumindest ein Probejahr ermöglicht werden: “In Nordrhein-Westfalen zahlt das Bundesland jedes Jahr 21 Millionen Euro, um das Semesterticket landesweit zu ermöglichen. Dieser Vergleich sollte doch ein Ansporn sein.”

Auf jeden Fall sind nach Udes Ansicht alle beteiligten Institutionen in der Pflicht, das Semesterticket zu retten. Besonders erfreuliche Signale seien bereits vom Präsidenten der TU München gekommen. “Wenn sich eine solidarische Lösung für die Verwirklichung des Solidarmodells eines Semestertickets abzeichnet, werden sich die MVV-Gesellschafter sicherlich nicht entziehen können”, meint der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung.

Unbefriedigend wäre es hingegen, den dornenreichen Weg zu beschreiten, das Semesterticket nur an den beiden Hochschulen mit positivem Votum einzuführen, denn in diesem Fall sei eine neue Urabstimmung über ein teureres Angebot auf der Grundlage einer neuen Kalkulation ohne LMU-Beiträge erforderlich.”

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Präsentation der FVVen, Präsentation mit Gesamtüberblick, Angebot 2010, Diskussionsgruppen

Liebe Semesterticket-Interessierte,

hier erhaltet Ihr die Präsentation auf den heutigen FVVen zum Semesterticket als PDF. Sie behandelt alle Fragen rund um die Urabstimmungen.

Wir haben Euch ferner diese Präsentation mit den wichtigsten Zahlen und Fakten der vergangenen Jahre zusammen gestellt. Einmal durchgesehen seid Ihr hoffentlich bestens informiert.

Hier der link auf das aktuelle Angebot nach dem Tarifstand von 2010.

Sicher habt Ihr Diskussionsbedarf! Dazu sind z.B. in facebook und StudiVZ diese beiden offiziellen Gruppen vorgesehen.

Mit besten Grüßen,
Euer AK Semesterticket

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